Bauanleitungen für eine Aussenküche / Outdoor Kitchen / Gartenküche

Auf die Idee mit der Gartenküche bin ich gekommen, weil ich die kleineren Küchenarbeiten immer auf dem Gartentisch erledigt habe. So habe ich im Grunde mehr Küchenarbeit als Gartenarbeit auf meinem Pflanztisch erledigt. Also, warum nicht gleich eine kleine nützliche Küche bauen. Ein bisschen Platz habe ich ja noch in meinem Garten. Zumal ich zeitweise am anderen Ende des Hauses in der eigentlichen Küche stand und nicht ganz so viel mitbekam, was genau die Kinder draußen treiben. 

  

Die meisten von euch denken vielleicht, dass ein solches Projekt ein unlösbares Problem darstellt und ein kleines Hexenwerk ist. Ist es aber nicht. Jede und jeder von euch kann solch eine Outdoor Kitchen bauen. 

 

Ich versuche euch mit meinen Blog-Beiträgen Schritt für Schritt mitzunehmen und so einfach wie möglich zu erklären, wie ihr solch eine Gartenküche nachbauen könnt.

 

  1. Was wird benötigt sind folgende Materialien:
  • 5 x Leimholzplatten 200 x 50 x 2,8 cm plus 1 Leimholzplatten 40 x 50 x 2,8 cm aus Fichte / Kiefer / Tanne für das Dach, die Arbeitsplatte, den Boden, die Zwischenablage, die Aussenwände und die Stütze
  • 3 x Paket Nut und Feder Bretter 200 x 12 x 1,2 cm aus Fichte Ich habe mich hier für die breiteren Bretter entschieden, um den Scandi-Style ein wenig mehr zu unterstreichen
  • 4 x Dachlatten 200 x 4 x 2,5 cm für den Sockel unterhalb des Bodens, damit dieser nicht im Wasser steht und die Tür
  • 5 x Balken 200 x 5,8 x 5,8 aus Fichte als Stütze für die Rückseite
  • 1 Holzwinkel 200 x 1,5 x 1,5 cm als Abschlusskante für das Dach und die Rückwand
  • 1 Brett 200 x 15 x 2 cm aus Fichte als Ablagebrett
  • 3 x Metallwinkel klein zur Befestigung dieser Ablage
  • 2 x Scharnier für die Tür
  • 2 x Magnete für die Tür
  • 1 Griff
  • 200 x Spax Schrauben 3,5 x 7
  • 50 x Spax Schrauben 3,5 x 2,5
  • Winkel Platten zum Verbinden des Korpus und für die Dachkonstruktion

 

  1. Werkzeug 

 

Wasserwaage, Massband oder Zollstock, Akku Schrauber und eine Stichsäge

Werkzeug Link:

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Ich nutze einen Metabo Akkuschrauber 18V und eine Metabo Kappsäge 18V. So kann ich mit 2 Akkus und einem Ladegerät alle meine Werkzeuge nutzen und bin unabhängig vom Stromnetz. Zumindest für eine Weile. Falls ihr Fragen habt, gebe ich euch gerne weitere Tipps.

 

  1. Masse 

 

Küche

5 x Leimholzplatten 200 x 50 x 2,8

  • 3 x 200 x 50 x 2,8 cm (Dach, Arbeitsplatte, Boden)
  • 2 x 80 x 50 x 2,8 cm (Seitenwände)
  • 1 x 194 x 50 x 2,8 cm (Zwischenablage)
  • 1 x 40 x 50 x 2,8 cm (Mittel- oder Seitenstütze)
  • 1 x 34,4 x 50 x 2,8 cm (Mittel- oder Seitenstütze)

 

Tür

6 x Nut und Federbretter aus Fichte (Reste der Rückwand da bei mir 3 Bretter übriggeblieben sind) 80 x 60 x 1,2 cm

 

  1. So fange ich an...

Ich lasse mir das gesamte Holz im Baumarkt zurechtsägen. Bis auf die Dachlatten. So muss ich zu Hause nur noch alles zusammenschrauben. 

 

Ihr fangt mit dem Boden an. Nun müsst ihr die Seitenteile am Boden befestigen. Rechts und links die gekürzten Seitenteile (80cm hoch) mit den Metallwinkeln befestigen. Zusätzlich verschraube ich die Platten direkt mit den Spax Schrauben, umso noch mehr Stabilität zu erhalten. Jetzt habt ihr ein U. Darauf schraube ich die Arbeitsplatte. Ebenfalls mit den Winkeln und direkt ins Holz.

  

Dann nehmt ihr die gekürzte 40 cm Platte und befestigt sie mit einem Winkel senkrecht in der Mitte oder Rechts oder Links. Je nachdem ob ihr eine Türe bauen möchtet und wo sie hinsoll. Die gekürzte Platte dient sowohl als Abtrennung als auch als Stütze. 

   

Nun kommt das Mittelbrett (Masse: 194 x 50 cm). Dieses schraubt ihr an dem Zwischenbrett und den beiden Außenwänden ebenfalls mit Winkeln fest. Bei den Aussenwänden habe ich ebenfalls auch noch direkt durch das Holz geschraubt. Jetzt folgt das zweite gekürzte 34,4 cm Brett, welches ich in der gleichen Flucht wie das 40 cm Brett mit einem Metallwinkel befestige. So erhalte ich einen Schrank ohne Tür mit einem Mass von 80 x 60 cm auf der rechten Seite der Küche.

    

Im Anschluss habe ich den fertigen Unterbau der Küche umgedreht und die Dachlatten rundum verschreubt. Quasi, um das Bodenbrett einen Rahmen gebaut zzgl. 2 Mittelstreben. Dazu musste ich eine Dachlatte in 4 Stücke je 42 x 2,5 cm kleinsägen. Schon habt ihr einen Sockel oder sagen wir mal so einen Fuß unter der Küche. So habt ihr den Vorteil, dass das Brett nicht direkt auf dem Boden steht und ständig Feuchtigkeit ausgehetzt ist. 

 

So und jetzt habt ihr eigentlich das schlimmste schon geschafft. Ihr habt jetzt eine Kiste gebaut sowie auf dem untenstehenden Bild. Legt nun die Küche auf die Seite die vorne sein soll.

 

Jetzt fangt ihr von unten an und schraubt die Nut und Feder als Rückwand an die Unterkonstruktion - ein Brett nach dem Anderen - und achtet darauf, dass sie in einander greifen. Vorher müsst ihr euch noch entscheiden, ob ihr die Bretter waagerecht oder senkrecht an eurer Gartenküche haben möchtet. Nutzt bitte beim Verschrauben auch die senkrechte Stütze, so solltet ihr immer mindestens 6 Schrauben je Brett verarbeiten. Also 3 x 2 Schrauben je Kontakt.

  

So jetzt geht es aber weiter 😂

 

Wenn ihr die Kiste von hinten damit abgedeckt habt, kommen die drei lange Balken zum Einsatz. Diese werden von hinten an dem unteren Teil verschraubt. Jetzt bitte die Outdoor Küche auf den eigentlichen Sockel stellen. Nun geht ihr nach vorne vor die Küche und befestigt die Nut und Feder Bretter an den Balken bis ihr eine komplette Rückwand mit einer Höhe von 200 cm habt. Ich habe zum Ausgleich und zur Festigkeit noch eine Dachlatte oben zum Abschluss quer verschraubt aber das lag auch daran, dass das letzte Brett etwas überstand und ich so nichts mehr sägen musste.

  

Jetzt seid ihr so gut wie fertig ;-) das sind doch gute Nachrichten oder?! 

 

  1. Rückwand

Nun habe ich noch zusätzlich von hinten 2 Balken von unten/aussen nach oben/innen an den Nut und Feder Brettern befestigt, als auch an der Unterkonstruktion. Im Prinzip sieht die Stütze der Rückwand nun so I/I\I aus. Somit bekommt die Küche deutlich mehr Standfestigkeit. 

  

  1. das Dach 

Hier könnt ihr eurer Kreativität auch freien Lauf lassen.

Ich habe mir ebenfalls ein Brett für das Dach ausgesucht und das hinten mit drei richtigen stabilen Metallwinkeln - die relativ groß waren an der Rückwand befestigt. Zwischen der Rückwand und dem Brett des Daches habe ich von innen eine Winkelleiste aus Fichte befestigt. Sieht einfach sauberer aus.

    

Ihr solltet, je nach Gewicht des Daches, noch an den beiden Seiten je eine Stütze anbringen. Diese müsst ihr allerdings auf Gärung sägen. Das macht der Baumarkt leider nicht. Ich habe es dieses Mal ohne diese Stützen versucht und mal schauen, wann das Dach durchhängt oder ob die Winkel stark und lang genug sind.

 

  1. Farbe der Küche 

Zuerst habe ich die Küche komplett mit Holzschutzgrund grundiert. Hier bietet jeder Baumarkt seine individuellen Produkte an. Ich habe mich hier für ein Produkt von OBI entschieden. Die anderen Baumärkte haben vergleichbar gute Produkte. Die Grundierung habe ich etwa 4-6 Stunden trocknen lassen (Anbieter abhängig) und dann mit dem eigentlichen Anstrich begonnen.

   

Dann geht es natürlich um die wichtigste Frage, welche Farbe ihr nehmen wollt. Es gibt Lasuren und Lacke in allen Farben und Nuancen. Man sagt, dass bei Lasuren die Holzmaserung gut zu sehen ist. Meiner Meinung nach ist das auch bei einem Lack so. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Ich habe einen Lack für außen genommen und da habe ich auch die schwarze Farbe für außen von OBI genommen. 

 

Wenn ihr ebenfalls, wie bei meiner Küche, die Arbeitsplatte und das Dach in Natur lassen möchtet, dann müsst ihr einen Lack nehmen der klar und matt ist! (Leider glänzen aber fast alle dennoch) Damit nun das Dach und die Arbeitsplatte streichen. Dann ist sie robuster und hält länger. Sie nimmt keine Farbe an und die Arbeitsplatte kann auch gut mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

 

  1. kleine Details

Ich habe zusätzlich ein Regalbrett in die Mitte der Küche angebracht. Da ich einiges, wie beispielweise Gewürze oder Kräuter darauf abstellen möchte und es auch hübsch ausschaut. Dies habe ich ebenfalls mit kleinen Winkeln befestigt. Allerdings die Winkel von oben an das Regalbrett angebracht. Dann sieht man die Winkel nicht ständig. 

  

Des Weiteren habe ich eine Tür gebaut. Dazu habe ich die 3 übriggebliebenen Nut und Feder Bretter in 6 gleiche 80 cm lange Teile gesägt. Alle nun ineinander gesteckt und mit einer als Z zurecht gesägten Dachlatte verschraubt. Nun die beiden Scharniere angebracht und an der Küche befestigt. Jetzt noch den Griff anschreiben und die 2 Magnete oben und unten im inneren des Schranks am Korpus und der Tür verschrauben.

  

Das Waschbecken haben wir an unsere Gartenbewässerung angeschlossen und den Abfluss durch den Zaun in den kleinen Graben davor geleitet. Vorher den Kaltwasserhahn befestigen und das Loch für den Abfluss in die Arbeitsplatte bohren. 

 

Die Kosten liegen für das Holz bei 300€. 

  1. Ende 

Tja was soll ich euch sagen! Jetzt kommt der aller schönste Teil des DIY‘s die DEKO. 😃

 

Viel Spass dabei..... ich kann euch noch eines sagen, ihr werdet ständig dorthin laufen und schauen wie hübsch eure Küche aussieht. Ich habe am ersten Tag tatsächlich 1 Stunde in meinem Sessel gesessen und sie einfach nur angeguckt. Es ist einfach so schön, wenn man sich nach einer solchen Tat auf die Schulter klopfen darf. 

 

Von Herzen viel Spass beim Nachbauen!

Eurer Aneta

 

1 Kommentar

  • Die sieht ja toll aus und was für eine super Idee. Ich wünsche viele lange Sommerabende mit der Küche.

    Ines von Sukhi

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